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Die Niere kann riechen
Olfaktorische Rezeptoren, die man bisher vor allem in der Nase kannte, sind auch in der Niere nachgewiesen worden. Verschiedene dieser Rezeptoren erkennen Stoffwechselprodukte wie kurzkettige Fettsäuren und regulieren dadurch die Freisetzung von Renin oder die Rückresorption von Glukose. Diese Funktionen sind zentral für die Blutdruckkontrolle und den Glukosestoffwechsel, weshalb die Entdeckung neue therapeutische Ansätze bei Bluthochdruck, Diabetes und chronischen Nierenerkrankungen eröffnet. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie sieht darin Chancen für innovative Behandlungen. Leser sollten Alarmsignale für Nierenerkrankungen ernst nehmen, denn frühe Intervention verbessert die Prognose.
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Flotter gehen, länger leben
Studien mit großen Teilnehmerzahlen zeigen, dass bereits 15 Minuten zügiges Gehen pro Tag das Risiko für vorzeitigen Tod um etwa 20 Prozent senken können. Langsames Gehen über längere Zeiträume wirkt hingegen deutlich schwächer. Körperliche Aktivität verbessert allgemeine Gesundheit, schützt vor zahlreichen Erkrankungen und steigert das Wohlbefinden. Die Erkenntnisse unterstreichen, wie effektiv kurze, regelmäßige Bewegungseinheiten im Alltag sein können. Für Leser bedeutet das: Kleine Verhaltensänderungen wie zügiges Gehen haben hohe Gesundheitsrendite.
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Mikroroboter bringt Wirkstoffe ans Ziel
Forscher der ETH Zürich haben einen Mikroroboter entwickelt, der magnetisch durch den Körper gesteuert werden kann, um Wirkstoffe punktgenau freizusetzen. Die Kapsel löst sich vor Ort auf und setzt die Medikamente direkt am Ziel frei, wodurch Wirkstoffkonzentration erhöht und Nebenwirkungen reduziert werden könnten. Mögliche Einsatzgebiete sind Thrombosen, lokalisierte Infektionen oder Tumoren. Klinische Tests am Menschen sollen in Kürze starten, was den Weg für neue, minimalinvasive Therapiekonzepte ebnet. Für Patienten bedeutet das potenziell effektivere Behandlungen mit weniger systemischen Nebenwirkungen.
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Wie viel Prothese braucht das Knie?
In Deutschland wurden 2025 viele Knieprothesen eingesetzt; ein relativ kleiner Anteil davon sind Teil- oder Schlittenprothesen, die nur erkrankte Gelenkflächen ersetzen. Diese Verfahren erhalten Kreuzbänder und mehr natürliche Gelenkmechanik und können bei sorgfältiger Indikation gute funktionelle Ergebnisse liefern. Der Erfolg hängt entscheidend von der Patientenauswahl und der operativen Erfahrung des Chirurgen ab. Patienten sollten deshalb bei der Wahl der Klinik und des Operateurs gründlich recherchieren. FOCUS-Gesundheit verweist auf empfohlene Experten für Kniechirurgie in der Ärzteliste.
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Was Medizin (noch) besser macht
Die medizinische Versorgung in Deutschland erzielt Fortschritte durch neue Medikamente und individualisierte Therapien, etwa bei Krebs und Herzinfarkt. Gleichzeitig zeigen Umfragen unter tausenden Ärztinnen und Ärzten, dass ein Paradigmenwechsel hin zu mehr Prävention dringend nötig ist, um Krankheitslast und Kosten zu senken. Probleme sind unzureichende Früherkennung, Zeitmangel in der Praxis, fehlende Versicherungsleistungen für Prävention und mangelnde Daten für geschlechtsspezifische Medizin. Die Mehrheit der Mediziner spricht sich für mehr präventive Maßnahmen und gender-differenzierte Ansätze aus. Für Patienten bedeutet dies: Prävention und frühzeitige Diagnostik sind entscheidend, und die Umsetzung hängt auch von politischen und strukturellen Änderungen ab.
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Den Schmerz akzeptieren lernen
Der Artikel schildert den Leidensweg von Lothar Mühlenhaupt, der seit Jahren unter starken Rückenschmerzen leidet und schließlich in eine multimodale Schmerzklinik kommt. Die Geschichte verdeutlicht, wie körperliche Schäden, langjährige Stressbelastung und psychische Faktoren wie Angstvermeidung und Depression die Chronifizierung von Schmerzen fördern. Wichtigster Therapieansatz ist die Kombination aus Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren, Psychotherapie und gezielter Medikamentenanpassung, um Aktivität und Lebensfreude wieder aufzubauen. Die Klinikarbeit zielt darauf ab, Patienten befähigen, Vermeidungsverhalten zu überwinden und Selbstfürsorge zu entwickeln. Leser erfahren, dass Schmerz oft mehrdimensional ist und eine frühzeitige, umfassende Behandlung bessere Chancen bietet.
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Gekommen und geblieben
Der Beitrag erklärt, wie akute Schmerzen durch wiederholte Aktivierung derselben Nervenbahnen chronisch werden können — ein Prozess der sogenannten Sensibilisierung. Gleichzeitig versagen hemmende Systeme im Gehirn, sodass harmlose Reize als Schmerz wahrgenommen werden. Psychologische Faktoren wie Angst, Vermeidung und Depression verstärken diese Chronifizierung und führen zu einer Verschlechterung von Stimmung und Lebensqualität. Das bio-psycho-soziale Behandlungsmodell mit multimodaler, interdisziplinärer Therapie ist der Schlüssel: Bewegungstherapie, Schmerzhemmung, Psychotherapie und edukative Maßnahmen helfen Patienten, wieder aktiv zu werden. Frühzeitige Behandlung ist wichtig, doch viele Betroffene erhalten sie erst nach Jahren.
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Achtung, schwaches Herz
Herzinsuffizienz entwickelt sich schleichend und wird oft mit Alter oder schlechter Kondition fehlinterpretiert, sodass die Diagnose zu spät gestellt wird. Frühsymptome wie Atemnot bei Belastung oder Wassereinlagerungen sollten ernst genommen werden; Screeningprojekte zeigen, dass subklinische Fälle Jahre früher entdeckt werden könnten. Der BNP-Bluttest und die Echokardiografie sind einfache, effektive Werkzeuge zur Diagnosestellung, werden aber zu selten genutzt. Problemschwerpunkte sind fehlendes Bewusstsein, lange Wartezeiten auf Facharzttermine und lückenhafte ambulante Nachsorge; Telemedizin und strukturierte Entlassmanagements können die Versorgung verbessern. Für Patienten heißt das: Symptome ernst nehmen, Hausärzte auf BNP-Test und Echo drängen und gute Nachsorge sicherstellen.
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Hilfe für die Hülle
Der Artikel beschreibt Fortschritte in der Therapie chronisch entzündlicher Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis. Neue Wirkstoffe — insbesondere Biologika und JAK-Inhibitoren — greifen gezielt in das fehlgeleitete Immunsystem ein und können Juckreiz und Entzündung deutlich reduzieren. Studien zeigen, dass viele Patienten eine spürbare Verbesserung erfahren, in einigen Fällen sogar nahezu vollständige Abheilung. Problematisch ist, dass diese teuren Präparate oft nur von einem Teil der Dermatologen verordnet werden; fehlende Weiterbildung, Kosten und komplexe Indikationsstellungen spielen hier eine Rolle. Patienten sollten auf gründliche Diagnostik, Dokumentation der Schwere und Abklärung von Begleiterkrankungen achten und gegebenenfalls eine Zweitmeinung einholen.
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Strom statt Pillen
Die Neurostimulation setzt gezielte elektrische Impulse ein, um gestörte Nervenbahnen zu modulieren — eine wertvolle Option, wenn klassische Therapien versagen. Die epidurale Rückenmarkstimulation (SCS) ist etabliert zur Behandlung neuropathischer Rückenschmerzen und kann in vielen Fällen die Beschwerden deutlich reduzieren. Weitere Anwendungen umfassen tiefe Hirnstimulation bei Bewegungsstörungen, Vagusnervstimulation bei Epilepsie und invasive oder nicht-invasive Verfahren bei Depressionen. Die Technologie bietet neue Möglichkeiten, ist aber invasiv und mit Risiken wie Elektrodenverlagerung verbunden; nicht-invasive Varianten wie rTMS oder tDCS sind ergänzende Optionen. Für Patienten mit therapierefraktären Leiden kann die Neuromodulation die Lebensqualität deutlich verbessern, erfordert aber sorgfältige Indikationsstellung und spezialisierte Zentren.
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Gene beeinflussen die Dosis
Die Pharmakogenetik untersucht, wie genetische Varianten den Arzneimittelstoffwechsel beeinflussen. Bestimmte Genabschnitte steuern Leberenzyme und Transportproteine; Abweichungen führen dazu, dass Medikamente langsamer oder schneller verstoffwechselt werden. Ein einmaliger, relativ kleiner DNA-Test kann Ärzten helfen, bei vielen Wirkstoffen die geeignete Dosis zu wählen oder Alternativen zu empfehlen, wodurch Nebenwirkungen reduziert werden. Zwar sind solche Tests in Deutschland noch nicht flächendeckend integriert und werden nicht immer von Krankenkassen übernommen, doch international zeigen Systeme wie in Estland und den Niederlanden, wie nützlich diese Information sein kann. Patienten mit wiederholten Nebenwirkungen oder unzureichendem Therapieansprechen sollten eine pharmakogenetische Beratung erwägen.
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Ein Beutel Freiheit
Die Peritonealdialyse nutzt das Bauchfell als natürliches Filterorgan und ermöglicht Dialysebehandlungen zu Hause, oft mit mehreren täglichen Beutelwechseln. Im Vergleich zur Hämodialyse ist sie schonender für Kreislauf und Alltagsplanung, erhält oft länger die Restnierenfunktion und erlaubt Patienten mehr Trinkfreiheit und Flexibilität. Trotz dieser Vorteile nutzen in Deutschland nur wenige Patienten die Heimdialyse; Gründe sind fehlende Sensibilisierung, Ausbildungsdefizite, organisatorische Hürden beim Kathetereinbringen sowie Unsicherheit in Praxen und Kliniken. Skalierung der Heimdialyse könnte Kosten und Personalbelastung im Gesundheitssystem reduzieren und die Lebensqualität vieler Menschen verbessern. Patienten sollten sich informieren und mit ihrem Nephrologen über Eignung und Optionen sprechen.
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Was ist dran am Besser-Essen?
Der Beitrag analysiert aktuelle Ernährungstrends und ordnet ihren Nutzen ein. Personalisiertes Essen anhand von Glukosesensoren oder Mikrobiom-Analysen ist vielversprechend, doch bislang sind viele Zusammenhänge noch nicht ausreichend erforscht. High-Protein-Ernährung kann beim Sättigungsgefühl und beim Muskelerhalt hilfreich sein, ist aber nicht für alle nötig; Referenzwerte geben Orientierung. Longevity-Ansätze wie zeitlich begrenztes Essen, pflanzenbasierte Kost und bestimmte Supplemente stützen sich auf Mechanismen wie Autophagie, doch die Evidenz für viele Nahrungsergänzungen ist noch nicht robust. Die Planetary Health Diet verbindet Gesundheit und Klimaschutz, erfordert aber Aufmerksamkeit gegenüber Nährstoffversorgung, insbesondere bei älteren Menschen.
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Digitaler Helfer: Künstliche Intelligenz im Praxisalltag
Das Stück schildert, wie eine Hausarztpraxis KI einsetzt, um Dokumentation, Telefonmanagement, Terminvergabe und Ersttriage zu automatisieren, und berichtet von messbarer Entlastung im Alltag. KI kann Anamnesen transkribieren, Arztbriefe erstellen und Symptome vorselektieren, wodurch Ärzte wieder mehr Zeit für empathische Gespräche gewinnen. Forschung und Pilotprojekte zeigen weitere Potenziale wie Frühwarnsysteme für Sepsis oder automatisierte Übergaben in Kliniken. Herausforderungen bleiben: Vertrauen der Patienten, Datenschutz, technische Robustheit und die Notwendigkeit, menschliche Entscheidungen nicht an die KI zu delegieren. Fazit: KI kann Medizin effizienter und menschlicher machen, wenn Transparenz, Fortbildung und sinnvolle Implementierung sichergestellt sind.
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Notfälle: Herzinfarkt, Schlaganfall und Sepsis
Der Artikel fasst die wichtigsten Notfallsituationen zusammen: Herzinfarkt, Schlaganfall und Sepsis. Er beschreibt typische Schmerz- und Begleitsymptome eines Infarkts, weist aber auch auf atypische Verläufe vor allem bei Frauen, Diabetikern und älteren Menschen hin. Zum Schlaganfall wird der FAST-Test erklärt und die Bedeutung des Notrufs 112 sowie der strukturierten Versorgung in Stroke Units betont. Bei der Sepsis hebt der Beitrag die dramatischen Zeitabhängigkeiten der Überlebenswahrscheinlichkeit hervor und listet klare Warnzeichen auf, die sofortiges Handeln erfordern. Relevanz für Leser: Er erhöht die Erkennungskompetenz akuter Bedrohungen und motiviert zu schnellem Notrufverhalten, um Folgeschäden oder Todesfälle zu vermeiden.
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Morgenroutinen zum Munterwerden
Der Beitrag erklärt, wie Morgenroutinen die Tagesenergie beeinflussen und gibt praktische Empfehlungen für ein leistungsfähiges Aufwachen. Er warnt vor den schnellen Kohlenhydraten im Weißmehl- und Zuckerfrühstück und empfiehlt statt dessen Vollkorn, proteinreiche Beläge wie Käse oder Quark sowie Joghurt-Müsli mit Haferflocken. Wechselbäder (warm-kalt) und Bewegung an der frischen Luft fördern Kreislauf und Vitamin‑D‑Produktion. Außerdem thematisiert der Text das Phänomen Frühjahrsmüdigkeit, mögliche Ursachen und kurze Powernaps als hilfreiche Gegenmaßnahme. Für Leser bietet der Artikel leicht umsetzbare Tipps, die Müdigkeit reduzieren und den Tag stabiler gestalten können.
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Methodik der Ärztelisten
Der Artikel beschreibt Schritt für Schritt die Methodik hinter den FOCUS-Ärztelisten: von der Kriterienauswahl bis zur Datenverifikation. Er erklärt, welche Qualifikationen und Nachweise (z. B. Weiterbildungsbefugnis, Habilitation, klinische Leitungsfunktionen, wissenschaftliche Publikationen) in den Recherchepool einfließen. Die Datengrundlage umfasst Primärbefragungen (rund 42.000 Fragebögen) sowie öffentliche Datenbanken und Expertenempfehlungen; die Auswertung erfolgt mit gewichteten Scoring-Kriterien und Plausibilitätschecks. Abschließend werden digitale Services und der Nutzen für Patienten (Filtermöglichkeiten, Profilinformationen) erläutert. Für Leser ist die Darstellung wichtig, um die Vertrauenswürdigkeit und Aussagekraft der empfohlenen Ärztelisten einzuordnen.
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Atemwege & Immunsystem: Warnsignale und Früherkennung (Dr. Stephan Eisenmann)
Der Beitrag bringt die Perspektive eines Pneumologen auf die wachsenden Belastungen der Atemwege durch Umweltfaktoren und Klimawandel. Dr. Stephan Eisenmann erläutert, wie Rauch- oder Schadstoffbelastungen sowie verlängerte Pollensaisons das Risiko für COPD und allergische Erkrankungen erhöhen. Er betont die Bedeutung des Rauchstopps und inhalativer Medikamente zur Verlangsamung der Krankheitsprogression sowie den Nutzen der Früherkennung. Als mögliche neue Früherkennungsmethode nennt er die Impuls-Oszillometrie zur Messung kleiner Atemwege, bevor sich die Lungenfunktion spürbar verschlechtert. Für Leser ist der Text relevant, weil er praktische Präventionshinweise gibt und auf diagnostische Innovationen aufmerksam macht.
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Augen: Moderne Diagnostik und offene Therapiefragen (Prof. Amelie Pielen)
Prof. Amelie Pielen skizziert die großen Fortschritte in der Augendiagnostik, insbesondere durch die optische Kohärenztomografie (OCT) und OCT-Angiografie, die hochauflösende Einsichten in Netzhautstrukturen und Gefäßdurchblutung erlauben. Trotz besserer Erkennungsmöglichkeiten bleiben Therapieoptionen für viele Erkrankungen begrenzt; Beispiele sind die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) und seltene Netzhauterkrankungen. Für die Entwicklung neuer Behandlungen sind groß angelegte Datenregister und internationale Studien erforderlich, wie das Beispiel Makuläre Teleangiektasie zeigt. Der Text betont zudem die Bedeutung von Diagnostik nicht nur für das Auge, sondern auch als Indikator für systemische Gefäß- und Nervenerkrankungen. Leser erhalten so Einblick in aktuelle Technologien und die Notwendigkeit weiterer Forschung.
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Diabetes: Polyneuropathie und Fußversorgung (Prof. Juris Jendrik Meier)
Der Beitrag thematisiert die periphere Polyneuropathie bei Diabetes: typische Symptome wie Kribbeln, Schmerzen und Sensibilitätsverlust sowie die Gefährdung durch schlecht wahrgenommene Verletzungen an den Füßen. Er beschreibt die üblichen Untersuchungen (Vibrationstest, Druck- und Temperaturempfinden) und die Kombinationen von medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapien, einschließlich Reizstrom, Akupunktur und speziellen Pflastern. Wichtig sind präventive Maßnahmen: regelmäßige Fußkontrollen, das Tragen maßgefertigter Einlagen und optimale Blutzuckereinstellung, um Wundheilungsstörungen und Amputationen zu vermeiden. Abschließend wird der Bedarf an interdisziplinären Polyneuropathie-Zentren betont, die Diabetologie, Neurologie, Schmerztherapie und Podologie zusammenführen. Für Betroffene bietet der Text konkrete Hinweise zur Früherkennung und Versorgung.
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Gehirn & Nerven: Parkinson verstehen und behandeln (Prof. Brit Mollenhauer)
Prof. Brit Mollenhauer erläutert die Komplexität der Parkinson-Erkrankung: Gründe für die bisher fehlende Heilung liegen in unvollständig verstandenen Krankheitsmechanismen und der langen Vorlaufzeit bis zur Diagnose. Typische Symptome (Tremor, Rigidität, Bradykinese) sowie frühe nonmotorische Warnzeichen wie Riechstörungen, Darmträgheit und REM‑Schlafstörungen werden herausgestellt. Der Artikel beschreibt verfügbare Therapien zur Symptomkontrolle, darunter medikamentöse Dopamintherapie und tiefe Hirnstimulation, und hebt die Bedeutung personalisierter Therapieansätze hervor. Außerdem nennt er Risikofaktoren (Umweltgifte, Stoffwechselstörungen, Schädel-Hirn-Verletzungen) und betont die Relevanz früher Diagnostik und integrativer Parkinson-Kliniken für eine bessere Versorgung. Für Patienten liefert der Text Orientierung zu aktuellen Möglichkeiten und Zukunftsperspektiven.
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GERIATRIE & PALLIATIVMEDIZIN
Der Artikel beschreibt den besonderen Charakter der Geriatrie als nicht organzentrierte, sondern lebensphasenorientierte Disziplin. Er betont, dass das Behandlungsziel vor allem der Erhalt körperlicher und kognitiver Fähigkeiten ist, die Selbstständigkeit ermöglichen. Grundlage der geriatrischen Versorgung ist ein umfassendes Assessment, anhand dessen ein interprofessionelles Team individualisierte Therapien entwickelt. Zahlreiche Studien werden als Beleg genannt, dass diese Herangehensweise Behandlungsergebnisse verbessert und etwaige Komplikationen reduziert. Für Leserinnen und Leser zeigt der Text auf, warum frühe geriatrische Einbindung in bestimmten Situationen (z. B. bei Hüftfrakturen oder in der Onkologie) die Versorgung optimiert.
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GYNÄKOLOGIE & GEBURT
Der Beitrag stellt die Entwicklung hin zu einer personalisierten Onkologie in der Gynäkologie dar. Im Mittelpunkt stehen Genomsequenzierung und Biomarker, die erlauben, Tumoren präzise zu charakterisieren und Therapieoptionen individuell abzustimmen. Dadurch lassen sich unnötige Behandlungen vermeiden und die Verträglichkeit verbessern. Der Artikel erläutert auch operative Fortschritte wie laparoskopische oder robotergestützte Eingriffe und Prinzipien der Deeskalation. Für Patientinnen und Behandler ist die frühzeitige Vorsorge und Teilnahme an Screeningprogrammen entscheidend, um Erfolge der modernen Therapie zu ermöglichen.
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HALS, NASE & OHREN
Der Artikel beschreibt die chronische Sinusitis, ihre Symptome und die diagnostischen Wege, die HNO-Ärzte nutzen. Zunächst wird konservativ mit Kortisonspray und Nasenspülungen behandelt; etwa die Hälfte der Patientinnen und Patienten spricht darauf an. Bleibt die Besserung aus, ist nach drei Monaten eine Operation indiziert, bei der Polypen endoskopisch entfernt und Nebenhöhlen eröffnet werden. Besonders bei rezidivierenden Polypen sind neue Biologika als medikamentöse Option verfügbar, die in Studien gute Ergebnisse zeigen. Für Betroffene bietet der Text Orientierung zu Diagnostik, Therapieentscheidungen und den Chancen moderner Medikamente.
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HAUT & SCHÖNHEIT
Der Text thematisiert die Nachfrage nach Straffungsoperationen (Bodylift/Body-Contouring) nach starkem Gewichtsverlust. Er erläutert, dass überschüssige Haut nicht nur ästhetisch stört, sondern Alltag, Hygiene und Mobilität beeinträchtigen kann. In mehreren aufeinanderfolgenden Eingriffen lassen sich die Problembereiche wie Bauch, Arme, Oberschenkel oder Rücken gezielt behandeln; dabei kommen oft kombinierte Techniken wie Liposuktion und Gewebeexzision zum Einsatz. Der Autor weist darauf hin, dass Krankenkassen nicht immer die Kosten übernehmen, dennoch könne die plastische Versorgung langfristig gesundheitsökonomisch sinnvoll sein. Leser erfahren, weshalb diese Operationen funktionelle sowie psychosoziale Verbesserungen bringen können.
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Hautkrebs früh erkennen und schonend behandeln
Der Beitrag beleuchtet Fortschritte in Diagnostik und Therapie des Hautkrebses vor dem Hintergrund steigender Erkrankungszahlen. Er stellt das konfokale Lasermikroskop als nichtinvasives Verfahren vor, das Hautveränderungen bis in die Tiefe beurteilen kann und hohe Treffsicherheit erreicht. Therapeutisch werden besonders behandlungsbedürftige Vorstufen wie aktinische Keratosen durch photodynamische Therapien effektiv und schonend behandelt, oft sogar schmerzfrei mit moderner Lichttechnik. Für Patientinnen und Patienten ist das bedeutsam, weil frühzeitige und schonende Verfahren invasive Eingriffe und Folgekomplikationen reduzieren. Der Text gibt so Orientierung zu modernen, weniger belastenden Optionen in der Dermatologie.
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HERZ & GEFÄSSE
Der Artikel analysiert den Zustand der kardiologischen Versorgung in Deutschland: Während die akute Versorgung gut organisiert ist, bestehen Lücken bei Früherkennung und Risikofaktortherapie. Beispielsweise wird hoher Cholesterinspiegel oft nicht früh genug erkannt oder konsequent behandelt, obwohl die Evidenz für eine Therapie stark ist. Ebenso werden Blutdruckerkennung und -einstellung nicht immer optimal umgesetzt. Der Text plädiert dafür, Marker wie BNP und bildgebende Verfahren wie die koronare Computertomografie stärker einzusetzen, um Herzkrankheiten früher zu diagnostizieren und vorzubeugen. Für die Leserschaft ist die Botschaft klar: Früheres Screening und konsequentere Behandlung von Risikofaktoren können Herzleiden deutlich reduzieren.
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Prof. Julia Weinmann‑Menke: Nierenschwäche gut therapierbar, aber oft unterdiagnostiziert
Der Beitrag stellt Prof. Julia Weinmann‑Menke und ihren Fokus auf Früherkennung und Prävention von Nierenschäden vor. Sie betont, dass es erstmals wirksame Therapien gibt, die das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen stoppen oder zumindest stark verlangsamen können. Gleichzeitig kritisiert sie die dramatisch niedrige Diagnoserate: wichtige Blut- und Urintests werden bei Risikogruppen oft nicht durchgeführt. Das erschwert die frühzeitige Therapie und führt zu unnötigen Dialysen und Transplantationen. Für den Leser ist die Botschaft klar: einfache Screening‑Tests (Kreatinin, Urin‑Albumin, UACR) sind entscheidend und sollten häufiger eingesetzt werden, besonders bei über 45‑Jährigen und Risikopatienten.
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Privatinstitut für Urologie, Andrologie und Sexualmedizin – Prof. Dr. Hartmut Porst (Anzeige)
Die Anzeige beschreibt das Leistungsspektrum des European Institute for Sexual Health (EISH) unter Prof. Dr. Hartmut Porst. Schwerpunkt sind innovative und konventionelle Therapien für männliche Sexualstörungen, etwa ESWT (Stoßwellentherapie), HIFEM zur Beckenbodenstärkung sowie PRP (P‑Shot) bei Induratio penis plastica und therapieresistenter Impotenz. Das Institut betont seine Führungsrolle in der Stoßwellentherapie mit mehreren verfügbaren Geräten und neuen Testverfahren für sexuell übertragbare Infektionen. Außerdem wird auf das eigene Hormon‑ und Fertilitätslabor hingewiesen, das umfassende Diagnostik bei Hormonstörungen und Fruchtbarkeitsproblemen ermöglicht. Für Ratsuchende sind die Informationen relevant, da sie praktische Therapieoptionen und Expertise einer etablierten Einrichtung aufzeigen.
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Prof. Ralf Rauch: Fortschritte in der Kinderkardiologie
Der Beitrag porträtiert Prof. Ralf Rauch und seine Erfahrungen in der Kinderkardiologie. Er erklärt, dass etwa eines von hundert Kindern mit einem Herzfehler geboren wird und die Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahrzehnten deutlich besser geworden sind. Viele Eingriffe, die früher offene Operationen erforderten, können heute minimalinvasiv per Herzkatheter durchgeführt werden, was besonders für kleine Säuglinge und Frühgeborene vorteilhaft ist. Rauch beschreibt zudem kindgerechte Untersuchungsbedingungen und neue medikamentöse Optionen, die Eingriffe und Belastung für die Kinder reduzieren. Für Eltern bedeutet dies: bessere Heilungschancen, weniger invasive Behandlungen und eine eng vernetzte Versorgung durch Kinderkardiologie und Neonatologie.
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Prof. Isabella Mehling: Handchirurgie und neue Implantate für das Daumensattelgelenk
Der Text stellt Prof. Isabella Mehling und ihre Arbeit in der Handchirurgie vor. Sie erläutert, wie vielfältig die Ursachen für Handbeschwerden sind – von Unfällen über degenerative Erkrankungen bis zur Arthrose, speziell im Daumensattelgelenk. Zunächst werden konservative Therapien wie Ergotherapie, Injektionen oder Schienungen ausgeschöpft; bei fehlendem Erfolg kommen operative Verfahren zum Einsatz. Mehling betont die technischen Hilfsmittel im OP, etwa Lupenbrille, Operationsmikroskop und arthroskopische Verfahren, sowie die kürzlich verfügbaren Implantate für das Daumensattelgelenk, die vielversprechende Ergebnisse zeigen. Für Betroffene bedeutet das: neue operative Optionen mit guten Einheilungsraten und oft deutlicher Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung.
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Stabilere Nähte, weniger Komplikationen – Prof. Lars Victor von Engelhardt über Rotatorenmanschetten‑Rekonstruktion
Der Beitrag erläutert, warum Schäden der Rotatorenmanschette eine häufige Ursache für anhaltende Schulterschmerzen sind, und beschreibt aktuelle operative Entwicklungen. Prof. Lars Victor von Engelhardt stellt dar, dass moderne arthroskopische Verfahren und die Nutzung zusätzlicher Kameraperspektiven aus dem Gelenkinneren die Sicht auf Sehne und Knochenansatz verbessern. Neuere Nahttechniken (gezielte Platzierung in stabilen Faserstrukturen) erhöhen die Haltbarkeit der Rekonstruktionen und schonen die Sehne, sodass früher notwendige komplette Durchtrennungen oft entfallen. Damit erzielen Chirurgen bessere funktionelle Ergebnisse und weniger Folgeoperationen, selbst bei Patienten mit moderater Arthrose. Für Betroffene heißt das: frühzeitige Abklärung und moderne minimalinvasive Eingriffe können Schmerzen lindern und die Schulter langfristig belastbar machen.
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Harnblasenkrebs (Prof. Christian Bolenz)
Prof. Christian Bolenz beschreibt Häufigkeit, Risikofaktoren und typische Symptome des Harnblasenkrebses. Er betont, dass Tabakrauchen die Hauptursache ist, weil krebserregende Abbauprodukte über den Urin lange mit der Blasenschleimhaut in Kontakt bleiben. Wichtigste Warnhinweise sind Blut im Urin sowie vermehrter Harndrang oder Schmerzen in der Flanke; die Diagnostik umfasst Urinuntersuchungen, Blasenspiegelung und bildgebende Verfahren. In frühen Stadien lässt sich der Tumor meist endoskopisch entfernen, bei muskelinvasivem Wachstum kann eine radikale Entfernung der Blase nötig werden. Moderne Minimalinvasivität und roboterassistierte Verfahren schonen Patienten, und neue Kombinationstherapien aus Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten und Immuntherapien haben die Überlebenschancen bei fortgeschrittenem Befall deutlich verbessert.
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Punktgenau Krebszellen zerstören: Fortschritte in der Strahlentherapie (Dr. Iris Ernst)
Dr. Iris Ernst erklärt, dass die Strahlentherapie immer individualisierter und präziser wird, vor allem durch Technologien wie das Cyberknife. Moderne bildgebende Verfahren (PET/MRT, PET/CT) ermöglichen eine exakte Tumorlokalisation, sodass Bestrahlung oft ohne invasive Marker geplant werden kann. Robotik erlaubt eine dynamische Anpassung der Bestrahlung während der Therapie, was gesundes Gewebe deutlich schont. Als Folge können manche Patienten auf eine Operation verzichten, da die hochpräzise Strahlentherapie lokale Tumoren meist dauerhaft beseitigt. Insgesamt verbessert die technische Weiterentwicklung die Effektivität und Verträglichkeit radiotherapeutischer Behandlungen.
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Fettleber: Ursachen und Therapie (Prof. Frank Tacke)
Prof. Frank Tacke beschreibt die weite Verbreitung der nichtalkoholischen Fettlebererkrankung und nennt Adipositas als Hauptursache, macht aber deutlich, dass auch schlanke Personen mit zentraler Fettverteilung betroffen sein können. Er erklärt, dass die Krankheit häufig unbemerkt verläuft, in vielen Fällen jedoch zu Leberfibrose und langfristig zu Zirrhose oder Leberkrebs führen kann. Zur Diagnostik gehören Laborwerte, Ultraschall und die Leberelastografie zur Messung der Organsteifigkeit. Die Basis der Behandlung ist Gewichtsreduktion, Bewegung und Kontrolle von Begleiterkrankungen; neuere Medikamente wie Resmetirom stehen bei schweren Formen zur Verfügung. Tacke betont die Prävention durch Normalgewicht, Muskelaufbau und Verzicht auf Alkohol.
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Parodontitis ist eine unterschätzte Krankheit
Der Beitrag von Prof. Nicole Arweiler thematisiert den großen Unterschied zwischen Erfolgen in der Prävention von Karies und der weiterhin hohen Prävalenz von Parodontitis. Sie weist darauf hin, dass mehr als die Hälfte der 35- bis 44-Jährigen eine moderate bis schwere Parodontitis haben und betont die Notwendigkeit besserer Aufklärung. Arweiler erläutert, dass konsequente Mundhygiene, tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume und regelmäßige professionelle Zahnreinigungen essenziell sind, um entzündungsfördernde Beläge zu vermeiden. Wichtig ist zudem der Hinweis, dass Entzündungsprodukte aus dem Mund systemische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und andere begünstigen können. Schließlich betont die Autorin, dass Therapieerfolg von der aktiven Mitarbeit der Patienten abhängt und der Grundstein für gesundes Mundverhalten im Kindesalter gelegt wird.
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Vorstellung der Champions-Clinic: Dr. Armin Nedjat und das MIMI-Verfahren
Das Portrait stellt Dr. Armin Nedjat als erfahrenen Implantologen vor und beschreibt sein Engagement als Entwickler des MIMI-(minimalinvasive medizinische Implantation)-Verfahrens. Es listet seine akademischen Titel, zahlreiche Publikationen und Auszeichnungen sowie die breiten praktischen Erfahrungen mit über 30.000 eingesetzten Implantaten. Zentral ist die Darstellung der Vorteile des MIMI-Verfahrens: minimalinvasive Eingriffe, kürzere Behandlungszeiten, reduzierte Sitzungsanzahl und potenziell geringere Kosten für Patienten. Außerdem werden Ausbildungsaktivitäten, innovative Verfahren wie Smart Grinder und spezielle Techniken (z. B. IDS-Sinuslift) hervorgehoben und die Patientenfreundlichkeit des Ansatzes betont.
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Moderne Suchtmedizin muss die Erkrankten motivieren können
Dr. Maurice Cabanis beschreibt die aktuelle Lage der Abhängigkeitserkrankungen in Deutschland und betont, dass zwar die Gesamtprävalenz stabil bleibt, sich aber die Ausprägungen von Süchten wandeln. Er nennt konkrete Zahlen zu verschiedenen Abhängigkeiten (Spielsucht, Nikotin, Medikamente, Alkohol, Cannabis) und betont, dass häufig eine Grunderkrankung zur Sucht führt. Cabanis hebt hervor, dass moderne Suchttherapie individualisiert ist, Patienten motivieren muss und sich zunehmend vom absoluten Abstinenzprinzip entfernt, sodass auch kontrollierter Konsum ein Therapieziel sein kann. Essenziell sind für ihn eine gründliche Diagnostik, Empowerment der Betroffenen und die Vermittlung von Fähigkeiten, Rückfällen vorzubeugen.
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ADHS ist kein Mangel an Anstrengung
Sven Steffes‑Holländer beleuchtet die zunehmenden Diagnosen von ADHS im Erwachsenenalter und erklärt, dass es sich häufig um seit der Kindheit bestehende, zuvor unerkannte Fälle handelt. Er betont, dass ADHS kein Zeichen von mangelnder Anstrengung ist, sondern oft lange kompensiert wurde, besonders bei Frauen. Steffes‑Holländer weist darauf hin, dass soziale Medien das Thema sichtbarer gemacht, gleichzeitig aber vereinfacht haben, weshalb die Diagnose in fachärztliche Hände gehört. Insgesamt fordert er eine differenzierte und fachkundige Diagnostik sowie Aufklärung, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.
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Ganzkörper‑Scanner eröffnen neue Möglichkeiten beim onkologischen Screening
Prof. Ken Herrmann skizziert die rasante Entwicklung der Nuklearmedizin, besonders durch die Kombination von PET und CT sowie durch die Theranostik, bei der Diagnostik und Therapie verschmelzen. Er erläutert das Prinzip, dass ein ligandengestütztes Radiopharmakon zunächst zur Bildgebung genutzt und später mit therapeutischen Radionukliden zur gezielten internen Bestrahlung kombiniert werden kann. Herrmann nennt Erfolge bei metastasiertem Prostatakarzinom, neuroendokrinen Tumoren und Schilddrüsenkrebs und sieht Potenzial, diese Ansätze auf weitere Tumorarten auszuweiten. Als nächste große Innovation nennt er Ganzkörper-PET-Scanner, die Screening und frühzeitige Tumorfinder unterstützen könnten, vor allem in Kombination mit Hinweisen aus Bluttests.