Trauma & Gewalt Abo

Ausgabe 003/2026
Aktuelle Ausgabe

Psychotherapeutische Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Erwachsenen
Patient:innen mit PTBS sollte traumafokussierte Einzelpsychotherapie angeboten werden, die traumatische Erlebnisse, Kognitionen, Emotionen und Erinnerungen bearbeitet. Videoformate und höhere Sitzungsfrequenzen sind möglich. Eine vorgeschaltete Stabilisierungsphase ist nicht evidenzbasiert. Ergänzend werden Evidenzgrundlage, Bewertungsverfahren und Forschungsbedarf dargestellt.

Pharmakotherapeutische Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung
Traumafokussierte Psychotherapie bleibt die Behandlung erster Wahl bei PTBS. Eine Pharmakotherapie kommt bei fehlender Verfügbarkeit, unzureichendem Ansprechen oder entsprechender Präferenz infrage. Empfohlen werden unter anderem Sertralin, Paroxetin, Venlafaxin und Fluoxetin. Benzodiazepine und Z-Substanzen sind zur Behandlung der Kernsymptome nicht geeignet.

Ausgabe 002/2026

Wissenschaft in der ­Traumapädagogik, weil …?
Auf Basis eines integrativen Wechselverhältnisses von Theorie und Praxis in der Traumapädagogik werden zentrale Bezugstheorien und wichtigste deutschsprachige empirische Befunde vorgestellt. Darauf aufbauend werden von Teilnehmenden aus Praxis und Forschung formulierte Forschungsdesiderate präsentiert, um eine theoretische wie empirische Übersicht zu bieten und die Weiterentwicklung der Traumapädagogik anzustoßen.

»Dass man sich so nicht so verloren fühlt«
Ein aktuelles Forschungsprojekt in Kooperation mit der Opferhilfe Sachsen e. V. und der Opferhilfe Berlin e. V. untersucht, inwiefern Ratsuchende traumasensible Opferhilfeberatung als hilfreich erleben. An einem qualitativen Einzelfall werden konkrete Wirkaspekte für die Praxis vor Ort herausgearbeitet, theoretisch eingeordnet und traumasensible Beratung als ausbaufähige Versorgungssäule neben Psychotherapie und stationären Angeboten profiliert.

Ausgabe 001/2026

Validierung und erste Ergebnisse zur Erfassung peritraumatischer Reaktionen auf sexuelle Gewalt in der Kindheit
Sexualisierte Gewalt in der Kindheit erfordert überlebenssichernde peritraumatische Reaktionen. Die Studie validiert das MPR-CA anhand einer online rekrutierten Stichprobe. Trotz geringer Fallzahl (N=98) wurden die Faktorstruktur automatischer und verhaltensbezogener Reaktionen repliziert und akzeptable bis gute interne Konsistenzen gefunden. Zudem zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Alter beim Beginn sexualisierter Gewalt und peritraumatischen Reaktionen. Insgesamt erweist sich das MPR-CA als vielversprechendes Erhebungsinstrument.

Ein qualitativer Einblick in die sogenannte Gastarbeiter:innengesellschaft in Deutschland
Die intergenerationalen Folgen rassismusbedingter Diskriminierung sind im deutschsprachigen Raum wenig erforscht. Diese qualitative Studie untersucht Mechanismen und psychosoziale Auswirkungen über zwei Generationen von Gastarbeiter:innenfamilien aus der Türkei, Griechenland und Kroatien. Ergebnisse zeigen, dass soziopsychologische und kulturelle Spannungen die Weitergabe von Erfahrungen prägen, Diskriminierungsstrukturen verstärken und zugleich Anpassungs- und Resilienzmechanismen fördern. Die Studie liefert neue Einblicke in generationenübergreifende Belastungen und betont die Bedeutung familiärer und kultureller Faktoren. Quantitative Mehrgenerationenstudien werden empfohlen.

Ausgabe 004/2025

Ansätze zur Prävention und Behandlung bei komorbider Posttraumatischer Belastungsstörung und Substanzgebrauchsstörung
PTBS und Substanzgebrauchsstörungen treten oft gemeinsam auf. Frühzeitige kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen können beiden vorbeugen. Ein traumainformiertes Vorgehen erleichtert frühzeitige Identifikation und Weitervermittlung. Integrierte, traumafokussierte Therapien sind wirksam, sicher und berücksichtigen die Wechselwirkungen beider Störungsbilder in der Behandlung.

Eine Pilotstudie zur Prävalenz und zum Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen und der Posttraumatischen Belastungsstörung
Während des Entzugs treten bei 35 % der Patient:innen in der ersten und 16 % in der zweiten Woche psychotic-like experiences (PLE) auf. Ihr Auftreten korreliert mit Traumalast, früherem Delirium Tremens und PTBS. PLE könnten als Stressmarker für Verlauf und Outcome der Entzugsbehandlung dienen.

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Porträt von Trauma & Gewalt

Die Zeitschrift Trauma & Gewalt richtet sich an Ärzt:innen und Psycholog:innen, Pädagog:innen, Sozialarbeiter:innen und andere im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen, die sich mit Theorie und Praxis im breiten Feld der Psychotraumatologie beschäftigen oder sich dafür interessieren. Sie bietet ein Forum für Beiträge zur Psychotraumatologie und Gewaltforschung – von empirischen Studien bis hin zu theoretischen Ansätzen, die dieses komplexe Themengebiet strukturieren und vertiefen. Da Theorie aus der Praxis erwächst, widmet sich die Zeitschrift auch praxisnahen Beiträgen, die unterschiedlich stark theoretisch fundiert sein können. Wir sind überzeugt, dass alle Fachleute in diesem Bereich über wertvolle Erfahrungen verfügen, die nicht nur ihren Patient:innen zugutekommen, sondern auch für Kolleg:innen von großem Interesse sind – und so letztlich weiteren Betroffenen helfen.
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Psychotherapeutische Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Erwachsenen
Patient:innen mit PTBS sollte traumafokussierte Einzelpsychotherapie angeboten werden, die traumatische Erlebnisse, Kognitionen, Emotionen und Erinnerungen bearbeitet. Videoformate und höhere Sitzungsfrequenzen sind möglich. Eine vorgeschaltete Stabilisierungsphase ist nicht evidenzbasiert. Ergänzend werden Evidenzgrundlage, Bewertungsverfahren und Forschungsbedarf dargestellt.

Pharmakotherapeutische Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung
Traumafokussierte Psychotherapie bleibt die Behandlung erster Wahl bei PTBS. Eine Pharmakotherapie kommt bei fehlender Verfügbarkeit, unzureichendem Ansprechen oder entsprechender Präferenz infrage. Empfohlen werden unter anderem Sertralin, Paroxetin, Venlafaxin und Fluoxetin. Benzodiazepine und Z-Substanzen sind zur Behandlung der Kernsymptome nicht geeignet.

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002/2026

Wissenschaft in der ­Traumapädagogik, weil …?
Auf Basis eines integrativen Wechselverhältnisses von Theorie und Praxis in der Traumapädagogik werden zentrale Bezugstheorien und wichtigste deutschsprachige empirische Befunde vorgestellt. Darauf aufbauend werden von Teilnehmenden aus Praxis und Forschung formulierte Forschungsdesiderate präsentiert, um eine theoretische wie empirische Übersicht zu bieten und die Weiterentwicklung der Traumapädagogik anzustoßen.

»Dass man sich so nicht so verloren fühlt«
Ein aktuelles Forschungsprojekt in Kooperation mit der Opferhilfe Sachsen e. V. und der Opferhilfe Berlin e. V. untersucht, inwiefern Ratsuchende traumasensible Opferhilfeberatung als hilfreich erleben. An einem qualitativen Einzelfall werden konkrete Wirkaspekte für die Praxis vor Ort herausgearbeitet, theoretisch eingeordnet und traumasensible Beratung als ausbaufähige Versorgungssäule neben Psychotherapie und stationären Angeboten profiliert.

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001/2026

Validierung und erste Ergebnisse zur Erfassung peritraumatischer Reaktionen auf sexuelle Gewalt in der Kindheit
Sexualisierte Gewalt in der Kindheit erfordert überlebenssichernde peritraumatische Reaktionen. Die Studie validiert das MPR-CA anhand einer online rekrutierten Stichprobe. Trotz geringer Fallzahl (N=98) wurden die Faktorstruktur automatischer und verhaltensbezogener Reaktionen repliziert und akzeptable bis gute interne Konsistenzen gefunden. Zudem zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Alter beim Beginn sexualisierter Gewalt und peritraumatischen Reaktionen. Insgesamt erweist sich das MPR-CA als vielversprechendes Erhebungsinstrument.

Ein qualitativer Einblick in die sogenannte Gastarbeiter:innengesellschaft in Deutschland
Die intergenerationalen Folgen rassismusbedingter Diskriminierung sind im deutschsprachigen Raum wenig erforscht. Diese qualitative Studie untersucht Mechanismen und psychosoziale Auswirkungen über zwei Generationen von Gastarbeiter:innenfamilien aus der Türkei, Griechenland und Kroatien. Ergebnisse zeigen, dass soziopsychologische und kulturelle Spannungen die Weitergabe von Erfahrungen prägen, Diskriminierungsstrukturen verstärken und zugleich Anpassungs- und Resilienzmechanismen fördern. Die Studie liefert neue Einblicke in generationenübergreifende Belastungen und betont die Bedeutung familiärer und kultureller Faktoren. Quantitative Mehrgenerationenstudien werden empfohlen.

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004/2025

Ansätze zur Prävention und Behandlung bei komorbider Posttraumatischer Belastungsstörung und Substanzgebrauchsstörung
PTBS und Substanzgebrauchsstörungen treten oft gemeinsam auf. Frühzeitige kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen können beiden vorbeugen. Ein traumainformiertes Vorgehen erleichtert frühzeitige Identifikation und Weitervermittlung. Integrierte, traumafokussierte Therapien sind wirksam, sicher und berücksichtigen die Wechselwirkungen beider Störungsbilder in der Behandlung.

Eine Pilotstudie zur Prävalenz und zum Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen und der Posttraumatischen Belastungsstörung
Während des Entzugs treten bei 35 % der Patient:innen in der ersten und 16 % in der zweiten Woche psychotic-like experiences (PLE) auf. Ihr Auftreten korreliert mit Traumalast, früherem Delirium Tremens und PTBS. PLE könnten als Stressmarker für Verlauf und Outcome der Entzugsbehandlung dienen.

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Die Zeitschrift Trauma & Gewalt richtet sich an Ärzt:innen und Psycholog:innen, Pädagog:innen, Sozialarbeiter:innen und andere im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen, die sich mit Theorie und Praxis im breiten Feld der Psychotraumatologie beschäftigen oder sich dafür interessieren. Sie bietet ein Forum für Beiträge zur Psychotraumatologie und Gewaltforschung – von empirischen Studien bis hin zu theoretischen Ansätzen, die dieses komplexe Themengebiet strukturieren und vertiefen. Da Theorie aus der Praxis erwächst, widmet sich die Zeitschrift auch praxisnahen Beiträgen, die unterschiedlich stark theoretisch fundiert sein können. Wir sind überzeugt, dass alle Fachleute in diesem Bereich über wertvolle Erfahrungen verfügen, die nicht nur ihren Patient:innen zugutekommen, sondern auch für Kolleg:innen von großem Interesse sind – und so letztlich weiteren Betroffenen helfen.
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  • Psychotherapeutische Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Erwachsenen
    Patient:innen mit PTBS sollte traumafokussierte Einzelpsychotherapie angeboten werden, die traumatische Erlebnisse, Kognitionen, Emotionen und Erinnerungen bearbeitet. Videoformate und höhere Sitzungsfrequenzen sind möglich. Eine vorgeschaltete Stabilisierungsphase ist nicht evidenzbasiert. Ergänzend werden Evidenzgrundlage, Bewertungsverfahren und Forschungsbedarf dargestellt.
  • Pharmakotherapeutische Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung
    Traumafokussierte Psychotherapie bleibt die Behandlung erster Wahl bei PTBS. Eine Pharmakotherapie kommt bei fehlender Verfügbarkeit, unzureichendem Ansprechen oder entsprechender Präferenz infrage. Empfohlen werden unter anderem Sertralin, Paroxetin, Venlafaxin und Fluoxetin. Benzodiazepine und Z-Substanzen sind zur Behandlung der Kernsymptome nicht geeignet.
  • Diagnostik und Behandlung der PTBS bei Kindern und ­Jugendlichen
    Bei traumatischen Erfahrungen sollte eine entwicklungsangepasste PTBS-Diagnostik nach ICD-11 und DSM-5 erfolgen. Traumafokussierte Psychotherapie gilt als Behandlung erster Wahl, auch bei komplexer PTBS. Eine Psychopharmakotherapie ist mangels ausreichender Evidenz nicht primär indiziert.
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